- Inhalt
- Die Grundbeleuchtung: Wie viele Strahler pro Quadratmeter?
- Die perfekten Abstände: Wo werden die Spots platziert?
- Renovierung & Auswahl: Was ist beim Kauf zu beachten?
- Deckenarten und fachgerechter Einbau
- Verkabelung: Wie werden LED Einbaustrahler verbunden?
- Sicherheit: Hitzeentwicklung & Dämmung
- Technik-Details: Transformatoren und Dimmer
- Badezimmer: Wasser und Licht optimal kombiniert
LED Einbaustrahler richtig planen & installieren: Der ultimative Ratgeber für Ihr Zuhause
Wichtiger Hinweis vorab: Bei den folgenden Angaben und Formeln handelt es sich um allgemeine Richtwerte zur Orientierung. Sie ersetzen keine exakte, professionelle Lichtplanung, da jeder Raum anders ist und individuell genutzt wird. Bei Fragen oder Unsicherheiten während der Planung steht das Team vom Leuchtenmarkt gerne zur Verfügung.
Die Planung der eigenen Beleuchtung kann im ersten Moment überfordernd wirken. Bei der Lichtplanung kommt oft die Frage auf, wie viele Einbaustrahler verbaut werden sollen und in welchem Abstand. Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, da Räume unterschiedlich genutzt werden und jeder unter „einer guten Ausleuchtung“ etwas anderes versteht. Dennoch gibt es bewährte Faustregeln aus der professionellen Lichtplanung, mit denen sich Räume optimal, funktional und sicher in Szene setzen lassen. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, worauf es bei LED-Einbaustrahlern wirklich ankommt.
1. Die Grundbeleuchtung: Wie viele Strahler pro Quadratmeter?
Der grundlegende Leitsatz in der Lichtplanung lautet: „Man bringt das Licht dort an, wo es gebraucht wird“. Für die allgemeine Grundbeleuchtung dienen folgende Beleuchtungsstärken – gemessen in Lumen pro Quadratmeter (lm/m²) – als verlässliche Faustregel:
| Raum / Bereich | Empfohlene Beleuchtungsstärke |
|---|---|
| Wohnbereich & Flur | 100 lm/m² |
| Küche & Bad | 300 lm/m² |
Zusätzliche Arbeitsbereiche: In einer Küche sollten insbesondere die Arbeitsfläche und beispielsweise eine Kochinsel gezielt beleuchtet werden.
2. Die perfekten Abstände: Wo werden die Spots platziert?
Der Abstand zwischen Einbauleuchten ist abhängig vom Raum anzupassen. Ist dieser zu eng, wirkt es schnell zu hell; ein weiter Abstand lässt ungemütliche, dunkle Flächen entstehen. In der Regel ist eine aufwändige Berechnung für den Wohnraum ohne professionellen Lichtplaner gar nicht nötig, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Bei einem typischen Abstrahlwinkel von 90° gelten folgende einfache Faustregeln:
- Abstand zur Wand: Raumhöhe / 4. Der Lichtkegel bricht so auf etwa 3/4 der Wandhöhe, was optisch sehr harmonisch wirkt.
- Abstand untereinander: Raumhöhe / 2.
- Möbel einplanen: Lokale Gegebenheiten, wie z.B. Hängeschränke in der Küche oder andere Möbel, sollten mit in die Planung einbezogen werden. Es kann Sinn machen, die Leuchten näher an einen Schrank heranzurücken, um den Innenraum des Schrankes mit zu beleuchten.
Exakte Berechnung des Lichtkegels
Wer die Abstände genauer berechnen möchte, kann die folgende Formel nutzen, um den Durchmesser des Lichtkegels auf dem Boden zu ermitteln:
d = tan(α / 2) * l * 2
Wobei gilt: α = Abstrahlwinkel, l = Entfernung der Leuchte zur Oberfläche, d = Durchmesser des Lichtkegels.
Für die Berechnung des exakten Wandabstands unter Einbeziehung des Winkels gilt:
d = Raumhöhe * 1/4 * tan(Abstrahlwinkel / 2)
Wichtig: Es ist zu beachten, dass eine gewisse Überlappung der Lichtkegel notwendig ist, um eine gleichmäßige Beleuchtung zu erreichen. Vom Durchmesser des Lichtkegels sollte also noch etwa 1/4 abgezogen werden, um den optimalen Installationsabstand zu erhalten.
3. Renovierung & Auswahl: Was ist beim Kauf zu beachten?
Bei der Auswahl des richtigen LED Einbaustrahlers sind verschiedene Parameter zu beachten. Insbesondere bei einer Renovierung oder Modernisierung sind Einbaudurchmesser und Einbautiefe der Leuchten von zentraler Bedeutung, damit sie in vorhandene Öffnungen passen.
- Einbaudurchmesser anpassen: Einbauöffnungen können mit einer Zentrierhilfe für Lochsägen vergrößert werden, was insbesondere beim Austausch alter MR16 Leuchten zum Einsatz kommt. Die Verkleinerung einer Öffnung kann mit Hilfe von Ausgleichsblenden erreicht werden.
- Einbautiefe einkalkulieren: Die Einbautiefe wird immer inklusive Materialstärke des Deckenmaterials angegeben. Hier sollte zusätzlicher Platz für die Hinterlüftung der Leuchten sowie die Kabelführung eingeplant werden.
- Lichtfarbe (Kelvin): In Wohnräumen wird in der Regel eine Farbtemperatur von 2.700 bis 3.000 Kelvin genutzt, um eine angenehme Beleuchtung zu erhalten. Eine niedrigere Zahl gibt ein wärmeres, gelblicheres Licht, ähnlich einer traditionellen Glühbirne. Abhängig vom persönlichen Geschmack kann auch eine kaltweiße Lichtfarbe im Bereich 4.000 Kelvin genutzt werden; höhere Zahlen wie 5.000 Kelvin erzeugen ein kühleres, bläuliches Licht ähnlich dem Tageslicht.
- Abstrahlwinkel: Der Abstrahlwinkel gibt an, wie weit das Licht von der Leuchte abgestrahlt wird. Ein kleinerer Winkel (z.B. 30 Grad) bedeutet, dass das Licht auf einen kleineren Bereich fokussiert ist, ähnlich einem Spotlight. Ein größerer Winkel (z.B. 120 Grad) verteilt das Licht über einen größeren Bereich und ist für die allgemeine Raumbeleuchtung geeignet.
4. Deckenarten und fachgerechter Einbau
Als Vorarbeit müssen Einbauöffnungen für die Installation hergestellt werden, was je nach Deckenart variiert:
- Betondecken: Hier werden bereits beim Bau Einbaudosen vergossen und entsprechende Leitungen verlegt. Im Nachhinein kann die Decke abgehängt werden, um Raum für die Einbaustrahler zu schaffen.
- Holzbalkendecken: Diese werden zumeist mit einer Deckenschalung versehen, woraufhin entsprechende Öffnungen mit einem Lochschneider gebohrt werden.
- Das richtige Einsetzen: Sind die Öffnungen vorhanden und die Kabel verlegt, können die Einbauleuchten eingesetzt werden. Hierzu drückt man die Haltefeder nach oben und setzt den Strahler in die Montageöffnung. Um eine Beschädigung der Decke zu verhindern, wird empfohlen, die Feder erst auf der einen Seite in die Öffnung einzuhängen und dann in einem "Wiegeschritt" die andere Seite hochzuklappen und einzurasten.
5. Verkabelung: Wie werden LED Einbaustrahler verbunden?
Wichtiger Sicherheitshinweis: Arbeiten an elektrischen Anlagen dürfen nur von einer autorisierten Elektro-Fachkraft durchgeführt werden! Vor Montage und Demontage ist zwingend die Netzspannung freizuschalten, um das Risiko eines elektrischen Schlages zu verhindern.
- Leitung und Schaltung: LED Einbaustrahler mit einer Eingangspannung von 230 Volt werden direkt an das Hausnetz angeschlossen. Zum Anschluss wird in der Regel eine Leitung mit 3 x 1,5mm² genutzt. Der Anschluss muss in einer Parallelschaltung erfolgen.
- Leuchtenklemmen: Zum parallelen Anschluss haben sich sogenannte Leuchtenklemmen durchgesetzt. Eine Seite der Klemme wird zum Durchführen der Leitung genutzt, die andere zum Anschluss der Leuchte. Für eine Leuchte werden bei dreiadrigen Leitungen somit 3 Stück der Leuchtenklemmen (z.B. aus der WAGO Serie 224) benötigt.
- Schutzklasse II: Bei Leuchten mit der Schutzklasse II (Schutz durch doppelte oder verstärkte Isolierung) wird der Schutzleiter nicht mit der Leuchte verbunden. Bei der Verwendung einer dreiadrigen Leitung muss der Schutzleiter jedoch normgerecht mitgeführt werden.
6. Sicherheit: Hitzeentwicklung & Dämmung
- Temperaturen im Betrieb: LED Leuchtmittel verbrauchen bis zu 80% weniger Energie als herkömmliche Halogenlampen und werden entsprechend weniger heiß. Im normalen Betrieb liegen sie bei < 90 °C, im anormalen Betrieb bei < 130 °C und selbst bei einem Fehler im Vorschaltgerät bei < 180 °C.
- Normen: Leuchten, die zur direkten Montage an normal entflammbaren Baustoffen geeignet sind, wurden in Deutschland jahrelang mit dem F-Kennzeichen versehen. Seit 2012 gilt jedoch die Norm DIN EN 60598-1, wodurch das F-Zeichen als Kennung weggefallen ist.
- Zirkulation: Allgemein ist eine gute Hinterlüftung für die lange Haltbarkeit von LED Einbaustrahlern zu empfehlen. Aufliegende Dämmung ist in jedem Fall zu vermeiden; dies kann zuverlässig durch spezielle Abstandhalter sichergestellt werden.
7. Technik-Details: Transformatoren und Dimmer
- Der Transformator: Einige Einbaustrahler erfordern einen Transformator (oder LED-Treiber), der die Netzspannung auf eine niedrigere Spannung reduziert, die die Leuchte benötigt (oftmals 12V oder 24V). Moderne LED Einbauleuchten benötigen oft keine externen Transformatoren mehr, da diese bereits in die Leuchten oder Leuchtmittel integriert sind.
- Austausch von Halogen: Vorhandene Halogen-Einbaustrahler lassen sich in der Regel durch LED-Einbaustrahler ersetzen. Je nach System (230V AC oder 12V) kann dies jedoch eine Änderung der Verkabelung oder des Transformators erfordern.
- Dimmbarkeit: Nicht alle LED-Einbaustrahler sind dimmbar. Es muss sichergestellt werden, dass sowohl die Leuchten als auch der Dimmerschalter dimmbar sind und das spezifische Modell der LED-Leuchte mit dem Schalter kompatibel ist.
- Dimmen ohne Dimmer: Dimmbare LED-Einbaustrahler können auch mit einem normalen Wandschalter betrieben werden, wobei in diesem Fall die Dimmfunktion entfällt. Alternativ gibt es "Step Dim" Leuchtmittel: Damit besteht die Möglichkeit, LED Leuchten mit einem handelsüblichen Wandschalter allein durch schnelles An- und Ausschalten zu dimmen.
8. Badezimmer: Wasser und Licht optimal kombiniert
Einige LED-Einbaustrahler sind wasserdicht und können sicher in Bereichen mit hoher Feuchtigkeit wie Badezimmern oder Küchen installiert werden.
- IP-Schutzklassen: Die Wasserdichtigkeit wird durch den IP-Schutzgrad angegeben, der aus zwei Ziffern besteht. Die erste Ziffer zeigt den Schutz vor festen Objekten (wie Staub), die zweite den Schutz vor Flüssigkeiten. Für die meisten Anwendungen im privaten Umfeld reicht die Schutzklasse IP44 aus.
- Der Duschbereich: Ist die Dusche durch eine feste Wand abgetrennt, sollte dieser Bereich extra mit Feuchtraumleuchten beleuchtet werden. Ein IP65-Einbauspot wäre beispielsweise vollständig staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt.
- Zusatzlicht am Spiegel: Die Deckenbeleuchtung allein reicht oft nicht aus. Auch um den Spiegel sollte ein weiteres Licht (wie z.B. Linestra Wandlampen) installiert werden.
- Tageszeitabhängiges Licht: Insbesondere im Badezimmer ist eine dimmbare Beleuchtung von großem Vorteil, um die Beleuchtungsstärke dem Tagesverlauf flexibel anzupassen.